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corrado26

Experte für Feuerwaffen

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1

Mittwoch, 30. Juni 2021, 15:19

Säbel mit Klinge von Peter Mumm in Solingen

Auf den ersten Blick sieht der Säbel aus wie ein französischer Sabre d'Officiers des Chasseurs à Cheval 1792 oder 1796 aus. Doch auf dem Klingenrücken ist ebenfalls in französischer Diktion die Signatur "Peter Mumm Klingen fabricant à Solingen" eingraviert. Das Herzogtum Berg mit Solingen gehörte zuletzt aufgrund von Erbfällen zum Besitz des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph. Am 15. März 1806 trat dieser das Herzogtum Berg an den französischen Kaiser Napoleon I. im Tausch gegen das Fürstentum Ansbach ab. Unter Kaiser Napoleon wurde das Herzogtum zum Großherzogtum Berg und völlig säkularisiert. Damit könnte man zwar die französische Form der Blankwaffe erklären, wäre da nicht der Klingenfabrikant Peter Mumm, welcher auch bei Wkipedia mehrfach erwähnt wird, aber ganz offensichtlich bereits 1797 gestorben ist zu einer Zeit also, als das deutsche Herzogtum Berg noch existierte und Napoleon noch nicht das Sagen im diesem Territorium hatte. Vielleicht gibt es hier einen Kundigen, der dieses Problem auflösen kann?
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2

Donnerstag, 1. Juli 2021, 13:40

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn auf franz. Blankwaffen dieser Zeit Solinger Hersteller auftauchen, die in franz. Schreibweise signieren. Gerade in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat Solingen viel nach Frankreich geliefert. Teilweise gab es sogar Firmenzusammenschlüsse um grössere Aufträge zu erledigen.

Gruss
blankhans

corrado26

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3

Donnerstag, 1. Juli 2021, 15:48

Das war ein wertvoller Hinweis, zwischenzeitlich habe ich auch entsprechende Literaturstellen bezüglich der Lieferung von Klingen aus Solingen nach Frankreich gefunden. Der vorgestellte Offiziersäbel der Chasseur à Cheval war im übrigen vergoldet - Restvergoldungen sind an vielen Stellen vorhanden - und er hat eine Klingenlänge von 850 mm und Klingenbreite von 40 mm.

4

Sonntag, 4. Juli 2021, 16:01

Danke fuer's Zeigen. Ich kann mich ja fuer diese fruehen Solinger "Exportmodelle" begeistern. Auch die sog. Mameluken-Saebel aus dem fruehen 19. Jahrhundert fallen in diese Kategorie von "schoenen" Blankwaffen, an denen ich nur schwer vorbeigehen kann!

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Montag, 5. Juli 2021, 20:17

Ich schliesse mich dem an. Ein wunderschöner Säbel. Ich mag generell solche Stücke, bei denen man ein bischen graben und recherchieren muss, um ihnen ihre Geheimnisse zu entlocken. Für mich eine der schönsten Seiten unseres Hobbys.