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Dienstag, 26. November 2019, 13:48

Weidmesser Kanton Neuchâtel, Modell 1814 für preussische Gardeschützen

Wenn wir Glück haben, erben wir etwas Geld, Wertschriften oder sogar ein Haus. In der Feudalzeit erbten die Fürstenhäuser ganze Länder, die Bewohnerinnen und Bewohner wurden nicht gefragt.
Das Geschlecht der Herren von Neuenburg erschlosch schon 1395. Die Grafschaft Neuenburg ging dann über die Jahrhunderte an verschiedene deutsche und französische Dynastien. 1707 wurde das Fürstentum dem preussischen Königshaus der Hohenzollern zugesprochen.
Während der Napoleonischen Zeit wurde es von Frankreich einverleibt und von 1806-1814 Marschall Berthier als Fürstentum zugesprochen, nachher kam es wieder an Preussen.
Der Wiener Kongress von 1815 gab dem Fürstentum einen höchst interessanten Doppelstatus. Neuchâtel, im westlichen französisch sprechenden Teil der Schweiz gelegen, wurde zusammen mit den bisher von Napoleon Frankreich einverleibten Kantonen Wallis und Genf souveräner Schweizer Kanton. Gleichzeitig blieb es preussisches Fürstentum im Besitz des preussischen Königs. Bereits 1814, als das Fürstentum wieder zu Preussen kam, stellten die Neuenburger wie schon vorher eine Truppe Gardeschützen. Diese waren mit einem Weidmesser aus Klingenthal und einem Gewehr aus Mutzig ausgerüstet, wahrscheinlich einmals für Preussen, dass eine Einheit mit waffen aus französischer Produktion ausgerüstet war. Es wird angenommen, dass die Gardeschützen nach den Befreiungskriegen mit üblichen preussischen Stutzern und Weidmessern bewaffnet wurden.
Es kann plausibel spekuliert werden, dass die französischen Stutzer und Weidmesser zum Teil bei den Scharfschützen des Kantons Neuenburg weiter Verwendung fanden. Allerdings führte Neuenburg für seine Scharfschützen nach 1818 einen Stutzer mit einem Weidemesser mit ungwöhnlich schmaler und breiter Klinge ein, das auch vom Kanton Nidwalden angeschafft wurde.
Das Weidmesser der preussischen Gardeschützen hat drei Alleinstellungsmerkmale: Einen geschlossenen Tunnel, eine zweischneidige Klinge und eine äusserst robuste kantige Parierstange. Eher selten sind auch die Haltefeder, die nach dem Tunntel einfach gerade weiterläuft und die beiden Hohlbahnen auf beiden Seiten der Klinge.
Äusserst bemerkenswert ist die robuste Parierstange mit dem massiven Kreuzstück und den kantigen Armen mit den ortwärts geneigten Rollen. Die Form dieses sammetrischen Kreuzstücks wird dann vom Weidmesser für Scharfschützen Eidgenössisches Modell 1842/52 wieder aufgenommen. Bereits das Berner Weidemesser aus den 1830er Jahren trug dieses Kreuzstück.
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Dienstag, 26. November 2019, 14:06

Vergleich mit dem Weidmesser Bern 1835 und dem Weidmesser Eidgenössische Ordonnanz 1842/52

Vergleich der verschiedenen Weidmesser
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